Horoskopanalysen

Lenormandkarten

Das Lenormand ist ein Kartensystem aus 36 Blättern mit klaren Alltagsbildern: Reiter, Klee, Schiff, Haus, Baum, Wolken, Schlange, Sarg und so fort. Es unterscheidet sich vom Tarot deutlicher, als die gemeinsame Rubrik vermuten lässt.

Die Herkunft

Der Name verweist auf Marie Anne Lenormand (1772–1843), eine bekannte Pariser Kartenlegerin. Das Spiel, das ihren Namen trägt, hat sie allerdings nicht benutzt: Es erschien nach ihrem Tod, im deutschsprachigen Raum, und geht auf ein Gesellschaftsspiel von 1799 zurück — das „Spiel der Hoffnung“, ein Brettspiel mit Würfel, dessen Felder später zu Wahrsagekarten umgedeutet wurden.

Der Name war also eine Vermarktungsentscheidung. Das schmälert das System nicht, aber es gehört zur Sache.

Der Unterschied zum Tarot

LenormandTarot
Karten3678
Bilderalltäglich, eindeutigsinnbildlich, vieldeutig
Bedeutungeng, festgelegtweit, auslegungsbedürftig
Gelesen wirdin Kombinationenhäufig Karte für Karte
Gerichtet aufUmstände, EreignisseInneres, Entwicklung

Der wichtigste Unterschied ist die Kombination. Eine Lenormandkarte allein sagt fast nichts; die Bedeutung entsteht aus dem Paar. Schiff und Haus ergeben etwas anderes als Haus und Schiff — die Reihenfolge zählt, wie bei Substantiv und Adjektiv.

Die Legeweisen

Was das mit Astrologie zu tun hat

Strukturell wenig, und das ist ehrlicher gesagt als die übliche Vermengung.

Ein Horoskop wird berechnet: Zwei Astrologen mit denselben Geburtsdaten erhalten dieselbe Figur. Eine Kartenlegung wird gezogen und ist bei jedem Mischen eine andere. Die beiden Verfahren teilen keine Grundlage.

Beide werden oft zusammen angeboten, und wer beides nutzt, sollte wenigstens wissen, dass er zwei verschiedene Dinge tut.

Verwandt: Okkultismus — Begriff und Abgrenzung.