Horoskope
Ein Horoskop ist nichts Geheimnisvolles: Es ist ein Abbild des Himmels, so wie er zu einem bestimmten Zeitpunkt über einem bestimmten Ort aussah. Das Wort kommt aus dem Griechischen – hora heißt Stunde, skopein betrachten. Ein Horoskop betrachtet also eine Stunde, meistens die Deiner Geburt.
Was ein Horoskop wirklich ist
Stell Dir eine Momentaufnahme vor: Jemand hält fest, wo Sonne, Mond und Planeten standen, als Du Deinen ersten Atemzug getan hast. Das ist ein Geburtshoroskop, in der Fachsprache Radix – die einzige Horoskopart, die sich nie mehr ändert.
Der äußere Kreis jedes Horoskops ist der Tierkreis: 360 Grad, geteilt in zwölf Abschnitte von je 30 Grad, die Sternzeichen von Widder bis Fische. Darüber liegt eine zweite Einteilung in zwölf Häuser. Sie hängt von Geburtsort und Geburtszeit ab und dreht sich in 24 Stunden einmal ganz herum.
Woraus ein Horoskop besteht
Vier Bausteine tauchen in jeder Deutung auf:
- Die Planeten – Sonne und Mond zählen mit. Sie stehen für das, was geschieht; siehe Planeten.
- Die Zeichen – sie sagen, auf welche Art es geschieht. Jedes gehört zu einem der vier Elemente.
- Die Häuser – zwölf Lebensbereiche, von Besitz bis Partnerschaft: wo etwas stattfindet. Ausgangspunkt ist der Aszendent.
- Die Aspekte – die Winkel zwischen den Planeten, meist 0, 60, 90, 120 und 180 Grad. Sie zeigen, ob Kräfte zusammenspielen oder sich aneinander reiben.
Welche Arten von Horoskopen es gibt
„Horoskop“ ist ein Sammelbegriff für sehr verschiedene Techniken:
- Geburtshoroskop – das vollständige Geburtsbild, Grundlage für alles Weitere.
- Tages- und Wochenhoroskop – kurze Texte, die sich allein auf Dein Sonnenzeichen stützen, etwa unser kostenloses Wochenhoroskop.
- Solarhoroskop – berechnet für den Moment, in dem die Sonne wieder ihre Geburtsposition erreicht: rund um Deinen Geburtstag; wie es dann aussieht, zeigt ein Beispiel für ein Solarhoroskop.
- Partnerhoroskop – zwei Geburtshoroskope übereinandergelegt, in der Fachsprache Synastrie.
- Transite – die heutigen Planetenstellungen im Vergleich zu Deinem Geburtshoroskop, die gängigste Prognosetechnik.
- Chinesische Horoskope – ein eigenes System mit zwölf Tierzeichen im Jahresrhythmus, siehe chinesische Astrologie.
Wie ein Horoskop berechnet wird
Nötig sind drei Angaben: Geburtsdatum, Geburtszeit, Geburtsort. Die Uhrzeit ist der wunde Punkt. Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um sich selbst, also 15 Grad pro Stunde. Der Aszendent wechselt deshalb im Schnitt alle zwei Stunden das Zeichen: Liegt Deine Geburtszeit eine halbe Stunde daneben, verschieben sich die Häuser spürbar – die Planetenstellungen kaum.
Die Planetenstellungen kommen aus Ephemeriden, astronomischen Tabellen. Für die Häuser gibt es mehrere Rechenverfahren – Placidus, Koch, gleich große Häuser –, die nicht dasselbe Ergebnis liefern; nachweisbar richtig ist keines. Die westliche Astrologie rechnet zudem mit dem tropischen Tierkreis, der am Frühlingspunkt beginnt, nicht mit den sichtbaren Sternbildern; beide sind über die Jahrtausende auseinandergedriftet. Dein Sternzeichen ist ein Abschnitt des Jahreslaufs, kein Sternbild am Nachthimmel.
Was ein Horoskop nicht leisten kann
Ein Horoskop sagt keine Ereignisse voraus. Es nennt kein Datum, keinen Namen, keinen Ausgang. Es beschreibt Anlagen und Spannungen – was Du daraus machst, lässt sich aus keinem Horoskop ablesen. Wissenschaftlich belegt ist die Wirkung der Astrologie nicht; sie ersetzt keinen ärztlichen, juristischen oder psychologischen Rat.
Die kurzen Texte aus Zeitschriften und Apps beruhen auf einem einzigen Faktor, dem Sonnenzeichen, und gelten gleichzeitig für ein Zwölftel aller Menschen. Als Unterhaltung ist das in Ordnung, als Auskunft über Dein Leben zu grob: Dafür wären mindestens der Aszendent, der Mondstand und die Häuser nötig.
Wie aus all dem eine Deutung wird, liest Du unter Astrologie; unter kostenlose Horoskope erfährst Du, was solche Berechnungen leisten und wie sie entstehen.