Die vier Elemente
Die vier Elemente sind in der Astrologie keine Sinnbilder. Sie sind ein Ordnungssystem aus zwei Gegensatzpaaren, und jedes Element ist eine bestimmte Kombination daraus.
Die zwei Gegensatzpaare
Alles beruht auf vier Grundqualitäten: warm und kalt, trocken und feucht. Je eine aus jedem Paar ergibt ein Element:
| Element | Qualitäten | Zeichen |
|---|---|---|
| Feuer | warm + trocken | Widder, Löwe, Schütze |
| Luft | warm + feucht | Zwillinge, Waage, Wassermann |
| Wasser | kalt + feucht | Krebs, Skorpion, Fische |
| Erde | kalt + trocken | Stier, Jungfrau, Steinbock |
Welches Element ein Zeichen trägt, sagt noch nicht, was es damit anfängt; das liest du in den Einzelbeschreibungen der zwölf Sternzeichen nach.
Das ist keine Aufzählung, sondern ein Gitter: Jede der vier möglichen Kombinationen kommt genau einmal vor. Deshalb sind es vier Elemente und nicht drei oder fünf.
Was warm, kalt, trocken und feucht bedeuten
Nicht Temperatur und Nässe, sondern Wirkungsweisen, wie die antike Naturlehre sie fasste:
- Warm — treibt auseinander, setzt in Bewegung, verbindet Ungleiches.
- Kalt — zieht zusammen, verlangsamt, trennt Ungleiches.
- Trocken — hält Form, grenzt ab, widersteht.
- Feucht — nimmt Form an, verbindet, passt sich an.
Daraus ergibt sich, warum Feuer und Luft einander vertragen (beide warm), Feuer und Wasser nicht (entgegengesetzt in beiden Paaren). Die Aspektlehre folgt derselben Ordnung: Zeichen desselben Elements stehen im Trigon, Zeichen entgegengesetzter Qualitäten im Quadrat.
Die Verbindung zu den Temperamenten
Dieselben vier Kombinationen tragen in der Humoralmedizin andere Namen:
- Cholerisch — warm und trocken, wie Feuer
- Sanguinisch — warm und feucht, wie Luft
- Phlegmatisch — kalt und feucht, wie Wasser
- Melancholisch — kalt und trocken, wie Erde
Das ist keine Analogie, sondern dasselbe System. Deshalb beginnt eine klassische Horoskopdeutung mit der Berechnung des Temperaments: Es wird aus Mondzeichen und Mondphase, Aszendent und seinem Herrscher, der Jahreszeit und den Planeten an den Achsen bestimmt — und alles Weitere wird dagegen gelesen.
Was die Elemente im Horoskop zeigen
Nicht, welcher Typ jemand ist. Ein Horoskop enthält immer alle vier Elemente; interessant ist das Verhältnis:
- Welches Element überwiegt bei den Planeten, die etwas zu sagen haben — den Lichtern, dem Herrscher des Aszendenten, dem, was an den Achsen steht?
- Welches fehlt, und was bedeutet dessen Fehlen für die Beweglichkeit des Ganzen?
Die bloße Abzählung, wie viele Planeten in welchem Element stehen, führt dabei in die Irre: Sie gewichtet den Mond wie einen fernen, schwach stehenden Saturn.
Verwandt: die Sternzeichen, die Polaritäten, die Aspekte.